Neues aus dem QuartiersBüro im August – ein persönlicher Blick
Sehr geehrte Bewohnerinnen und Bewohner,
die letzten Wochen waren durch eines geprägt: die hohe Temperatur. Brachte der Sommer nicht nur die Fußball-WM und brütende Juli-Hitze mit sich, so war unser Kiez auch durchdrungen von hitzigen Debatten und durch sich abzeichnende elementare Veränderungen in den Möglichkeiten des Quartiersmanagements.
Das Ausschreibungsverfahren einer „interkulturellen Begegnungsstätte mit künstlerischer Ausrichtung“, bisher im Stadtteil durch das Berliner Tschechow Theater (BTT) abgedeckt, hat zu einer mittlerweile in den Medien angekommenen - überflüssigen - Diskussion geführt. Der Freundeskreis des Theaters, bestehend aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, hat öffentlich seine Bedenken geäußert, dass hinter dieser Ausschreibung der Schließungswunsch eines „herrschsüchtigen“ QuartiersBüros stecke. Fakt ist aber folgendes: Ausschreibungen sind ein völlig normaler Vorgang und unterliegen dem Grundsatz einer prinzipiellen Gleichberechtigung der Bewerber. Das BTT als Einrichtung des Kulturringes konnte in dieser Form nicht ausgeschrieben werden, da dies eine unzulässige Bevorteilung des jetzigen Trägers bedeutet hätte. Deshalb wurde das bisher vorgehaltene Angebot ausgeschrieben. Auf diese Ausschreibung kann und wird sich, nach Aussagen der Geschäftsführung, der Kulturring wieder bewerben. Ob sich zusätzlich noch andere Träger beteiligen, kann abschießend erst am 30. August festgestellt werden. Die Entscheidung treffen letztendlich der QuartiersRat und eine einzuberufende Jury.
Übrigens: Dass man die Erhöhung der bisherigen jährlichen Förderung von 26.000 € auf zukünftig 35.000 € als Versuch einer Abwicklung formuliert, ist argumentativ schwer nachzuvollziehen.
Geld, Geld, Geld
Ende Juni erreichte uns etwas unverhofft die Nachricht, dass Marzahn-NordWest in der Bewertung durch die Senatsverwaltung in eine höhere Kategorie aufsteigt. Statt einer „starken Intervention“ wird es künftig eine „mittlere Intervention“ geben. Diese Entscheidung ergibt sich aus der jährlichen Analyse der Berliner Sozialräume und bedeutet praktisch, dass dem Quartiersmanagementverfahren und damit den geförderten Projekten in den nächsten Jahren weniger Mittel zur Verfügung stehen werden. Gleichzeitig zeichnet sich im Zuge der Haushaltssanierung des Bundes eine Reduzierung der Bundesmittel für das gesamte Förderprogramm „Soziale Stadt“ ab. Welche Auswirkungen dies auf die einzelnen Quartiersfonds haben wird, kann jetzt im Detail noch nicht vorher gesehen werden.
Ein genereller Kahlschlag droht den ansässigen Trägern zwar nicht, aber die Bedeutung der Erschließung neuer Fördertöpfe nimmt damit dramatisch zu. Diese Richtung wollen wir unterstützen und haben das Projekt „Fundraiser“ in den Ideenpool eingespeist. Das Projekt soll Träger und Einrichtungen im Stadtteil dahingehend qualifizieren, neues Geld über Stiftungen oder andere Fördertöpfe zu beschaffen.
Sie sehen, das QuartiersBüro denkt auch über die Grenzen des eigenen Programmes hinaus.
Zeit, Zeit, Zeit
Am 22. August hat das QuartiersBüro mit interessierten Mitgliedern des QuartiersRates eine Wanderung zu wichtigen Projekten im Quartier unternommen, um insbesondere den neuen QR-Mitgliedern Kenntnisse über Bedeutung und Förderung dieser Projekte zu vermitteln. Leider nahm sich nur ein Teil der neuen Mitglieder diese Zeit. Dies war deshalb so wichtig, weil wir bis zum 30. September die Weichen für die neue Projektfinanzierung 2011 und 2012 stellen müssen. Vor uns liegen noch harte Diskussionen, welche Projekte weiter finanziert werden und welche ausscheiden müssen. Es wird Blut, Schweiss und Tränen geben... Aber wir wollen die Gewissheit, dass wir verantwortungsbewusst entschieden haben.
Darauf hofft Ihr Jörg Lampe
Neues aus dem QuartiersBüro im Juli – ein persönlicher Blick
Sehr geehrte Bewohnerinnen und Bewohner, Ihnen gilt mein Dank für Ihre Beteiligung an den Quartiersratswahlen vom 7. bis 12. Juni 2010. Über 630 abgegebene Wahlscheine und damit eine Wahlbeteiligung von 3,33 Prozent sprechen eine eindeutige Sprache.
Sicher könnten Sie hier anmerken, welche Sprache ich bei einer so „geringen“ Wahlbeteiligung meine. Aber um das hier einmal klarzustellen: Wahlen zum Quartiersrat sind keine Bundestags- oder Kommunalwahlen. Ich glaube mit Fug und Recht behaupten zu können, dass diese erreichte Zahl einmalig in Berlin ist.
In diesem Rahmen gilt es, die außerordentlichen Bemühungen der als Wahllokale beteiligten Einrichtungen zu würdigen. Ein solche Aktivierung der Bewohnerschaft hat auf jeden Fall Modellcharakter. Und erst durch die kollegiale, intensive, sachliche aber auch gestrenge Arbeit und Herangehensweise der Wahlkommission, bestehend aus Marianne Marquardt, Swetlana Hayduk und Dieter Kreitenmeyer, wurde diese Wahl eine runde Sache.
Mit dem Wahlgang hat sich jetzt eine neue Durchmischung des Quartiersrats ergeben. Von den 21 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten hat sich ein Kreis von 15 stimmberechtigten Mitgliedern ergeben, davon 8 „neue“ Bewohnerinnen und Bewohner.
Den nicht wieder angetretenen Quartiersratsmitgliedern, bzw. den nicht direkt gewählten, möchte ich meine allergrößte Anerkennung für ihre bisher geleistete, ehrenamtliche Arbeit aussprechen.
Da der Quartiersrat eine Ebene der gelebten Bürgerbeteiligung darstellt, gehören allerdings für mich auch die nichtgewählten Kandidaten zum erweiterten Kreis dieses Gremiums. Egal ob man diese nun Nachrücker oder Vertreter nennt. Zu dieser speziellen Verfahrensweise wird sich der Quartiersrat intern verständigen und auf der nächsten Sitzung am 2. September beraten und entscheiden.
Auf den ersten beiden Veranstaltungen am 17. Juni und 1. Juli hat man aber schon einen anderen Wind gespürt. Die „Neuen“ brauchen jetzt sicherlich erst einmal Unterstützung in allen Fragen rund um diesen komplizierten Prozess mit unterschiedlich Quartiers-Fonds oder den Verfahrensgrundsätzen. Diese Hilfestellung zu leisten, ist eine originäre Aufgabe des QuartiersBüros.
Was sofort auffällt: Das Durchschnittsalter ist drastisch gesunken. Von 58 auf 43 Jahre. Das viele junge Menschen gewählt wurden, ist sicher auch darin begründet, dass wir gezielt mit unserer „fliegenden“ Wahlurne in Kitas waren. Um hier den Generationenausgleich herzustellen: In Seniorenheimen waren wir allerdings auch!
Als Fazit aus dieser anstrengenden, aber letztendlich tollen und schönen Woche lässt sich für uns als Quartiersmanager die Erfahrung ziehen, dass wir mehr solche Aktionen brauchen. Wir müssen dorthin gehen, wo die Menschen sind. Raus aus dem Büro, ran an die Menschen. Diese gesammelten Eindrücke unterstützten uns in unserem Konzept: So sind wir angetreten, so werden wir das umsetzen.
Die nächste Aktion, die mit dieser Herangehensweise durchgeführt wird, ist die Bewohnerbefragung. Was sind Ihre Themen im Stadtteil? Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Welche Angebote im Quartier kennen Sie? Diese Fragen werden wir Ihnen von Mitte September an stellen. Diese Analyse soll als Grundlage für die Ideen- und Projektentwicklung dienen, damit zielgenau Angebote, die Ihrer Nachfrage entsprechen, realisiert werden können. Starten werden wir, welch besseren Termin kann es geben, beim "5 Kontinente-Fest" am 19. September auf dem Barnimplatz.
Ihr Jörg Lampe
Neuwahl des QuartiersRates
Für das Wohl der Menschen in Marzahn NordWest
Vom 1. bis 25. Mai 2010 können Bewohnerinnen und Bewohner unseres Stadtteil sich als Kandidaten aufstellen und vom 7. bis 12. Juni in den QuartiersRat wählen lassen.
Sie wohnen in Marzahn NordWest (Postleitzahl 12689), sind mindestens 16 Jahre alt und wollen aktiv Einfluss auf die Entwicklung in unserem Stadtteil nehmen? Dann stellen Sie sich doch zur Wahl. Ihre Nationalität ist hierbei nicht entscheidend, nur Ihr Wille, etwas zu bewegen.
Der QuartiersRat ist das zentrale Entscheidungsgremium für die dem Quartiersmanagement zur Verfügung stehenden Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“. Der Rat, der sich hauptsächlich aus Bewohnern des Stadtteils Marzahn NordWest zusammensetzt, hat in den letzten Jahren solche Projekte wie das JobGate, das Kulturhochhaus mit der Pension im 11. Himmel und dem Kinderkeller oder aber das Zukunftsdiplom bewilligt. Sie sehen an diesen Beispielen: In dem sich monatlich treffenden Gremium können Sie viel für Ihr Wohnumfeld bewirken und wichtige Weichenstellungen für den Stadtteil vornehmen.
Wir brauchen Sie, Ihre Beteiligung und Ihre Ideen
Der QuartiersRat bewilligt nicht nur Projekte. Vielmehr ist er Ansprechpartner für Probleme und Wünsche der Menschen aus unserem Kiez und soll aus diesem Wissen heraus Strategien für Marzahn NordWest aus Bürgersicht formulieren.
Vom Bewohner zum Kandidaten
Bis zum 25. Mai können Sie sich bei uns im QuartiersBüro, Havemann-Center, 1. OG, als Bewerber anmelden. Gerne informieren wir Sie hierbei auch näher über das Wirken des QuartiersRats.
Für ihre Kandidatur benötigen wir Ihren Namen und Anschrift sowie ein Bild. Schön wäre es, wenn Sie ihre Ziele und Wünsche für den Stadtteil, sozusagen Ihr „Wahlprogramm“, in drei Sätzen vorstellen würden. Am 26. Mai können Sie sich dann ab 17.30 Uhr im Rahmen der bezirklichen Einwohnerversammlung kurz der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.
Vom Kandidaten zum Quartiersratsmitglied. Oder einfach nur wählen!
Vom 7. bis 11. Juni werden dann die Wahlen in Marzahn NordWest abgehalten. In folgenden Einrichtungen stehen die Wahlurnen für die Abstimmung bereit: Jugendhilfezentrum „Haus Windspiel“, Betonia, Bürgerzentrum, Kieztreff West, Jugendclub „Wurzel“ und Nachbarschaftshaus „Kiek in“. Letztmalig kann am 12. Juni von 11 bis 14 Uhr im QuartiersBüro gewählt werden. Ab 15 Uhr wird in einem feierlichen Akt der neue QuartiersRat vorgestellt.
Auch wenn Sie sich nicht als Kandidatin oder Kandidat zur Wahl stellen, als Bewohner ist Ihre Stimme wichtig. Nutzen Sie Ihre Möglichkeit den Quartiersrat zu wählen! Die Mitglieder leben oder arbeiten alle im Stadtteil. Die Entscheidungen, welche dort getroffen werden, sind wichtig für Sie und betreffen direkt Ihre unmittelbare Nachbarschaft.
Kandidatenliste
Quartiersrat – Die wichtigste Beteiligungsform im Kiez, aber nicht die einzige
Neben dem Quartiersrat gibt es noch weitere Beteiligungsmöglichkeiten in Marzahn NordWest. Von der Vergabejury für Projekte bis 1.000 Euro bis zu den Themengruppen bietet sich eine breite Möglichkeit, um aktiv den Kiez mitzugestalten.
Näheres erfahren Sie im QuartiersBüro oder im Netz: www.qm-marzahnnordwest.de
QuartiersBüro Marzahn NordWest
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Neues aus dem QuartiersBüro im Mai - Ein persönlicher Blick von Quartiersmanager Jörg Lampe
Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,
nachdem ich in den letzten zwei Ausgaben doch eher über mein Ankommen im Stadtteil, das Quartiersverfahren und Projektbewertungen berichtet habe, möchte ich dieses Mal meinen Blick auf die Zukunft des Quartiersmanagements und des QuartiersRates werfen.
In seinem 11. Jahr befindet sich das Quartiersmanagement in Marzahn NordWest an einem Scheideweg. Absehbar ist, dass wir deutlich weniger Mittel als in den letzten Jahren zur Projektförderung zur Verfügung haben.
Was bedeutet das für das Quartier?
Das Ringen um finanzielle Zuwendung für die im Stadtteil angesiedelten Projekte wird deutlich zunehmen, damit der Konkurrenzkampf unter den Trägern ebenfalls. Es kann, und es wird vielleicht auch passieren, dass bestimmte Einrichtungen nicht mehr aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert werden.
Was heißt das für unsere Arbeit als Quartiersmanager?
Wir werden stärker auf die Vermeidung von Doppelangeboten im Stadtteil achten und wir müssen uns Wege überlegen, wie wir die tatsächlich im Stadtteil vorhandenen Bedarfslagen und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner aufgreifen, um daraus entsprechende Projekte abzuleiten. Dies wird zu einer inhaltlichen, und damit auch finanziellen, Fokussierung auf bestimmte Themenschwerpunkte führen.
Wir stehen aber auch für eine vielfältige Trägerlandschaft. Deshalb legen wir ebenfalls ein Hauptaugenmerk darauf, die Träger bei der Suche nach weiteren Fördermitteln zu unterstützen. Hierzu haben wir als QuartiersBüro einen QF3-Antrag (ab 10.000 €) auf Finanzierung eines „Fundraisers“, eines „Geldbeschaffers“, für das Jahr 2011 gestellt. Ob dieser Antrag eine Befürwortung erhält, kann aber nur der QuartiersRat entscheiden.
Welche Zukunft hat der QuartiersRat?
Mit der eingangs beschriebenen Reduzierung der Mittel wird sich das Profil des QuartiersRates verändern. Im Selbstbild einiger Quartiersräte blickte bereits immer mal wieder die Unzufriedenheit darüber durch, eben nur ein reines Geldverteilungsorgan zu sein. Mit weniger zu verteilendem Geld wird sich diese „Organfunktion“ verändern. Nicht dass die Finanzentscheidungen weniger wichtig werden, ganz im Gegenteil.
Der QuartiersRat ist und bleibt die zentrale Achse der Bürgerbeteiligung im Stadtteil und Entscheider über die Mittelvergabe aus dem Programm „Soziale Stadt“ im Quartier. Er ist dabei ebenso wenig der verlängerte Arm des QuartiersBüros, wie wir, wie es einige behaupten, reine Interessenvertreter von „Kiek in“.
Die bereits begonnene Entwicklung des QuartiersRates hin zu einer ehrenamtlichen Stadtteilvertretung wird weiter vorangebracht werden müssen. Er muss, und ich bin da sehr zuversichtlich, verstärkt Ansprechpartner für die Bewohnerinnen und Bewohner werden, ein Podium zur Problem- und Lösungsdiskussion im Quartier sein und selber Ziele und Strategien im Rahmen einer integrierten Gebietsentwicklung formulieren.
So können wir gemeinsam, Quartiersmanager und QuartiersRat, inhaltliche Schwerpunkte bestimmen und versuchen, das Beste für die Menschen im Stadtteil auf den Weg zu bringen.
Ihr Jörg Lampe
QuartiersRat im Mai 2010
Der Quartiersrat beschloß das Projekt „Neue Medien für die Heinrich-von-Kleist-Bibliothek“ einstimmig. Damit kann der Bestand an Russisch-sprachiger Literatur speziell für Schüler der 1-7. Klasse erneuert werden, der wegen der großen Nachfrage zu zehn Prozent bereits verschlissen ist.
Da der Quartiersrat nicht beschlussfähig war wegen zu wenig anwesender Mitglieder, wurden über die Projekte gesprochen, die von der Steuerungsrunde als nicht förderfähig eingestuft wurden. Dazu gehören das Tschechow-Theater und das Kulturhochhaus. Daran entzündete sich eine Diskussion, denn als Begründung wurden Doppelfinanzierung und Überschneidung mit vorhandenen Angeboten sowie vom Stadtteilzentrum erbrachte Regelleistungen angeführt. Ein breitgefächertes Angebot sei doch bisher immer erwünscht gewesen und wäre doch in den Jahren zuvor gefördert worden. Gelöst wurde das Problem nicht, es gab aber ein Angebot vom Stadtteilzentrum an den KINDERRING, noch mal die beiden Angebote genau zu untersuchen und eventuelle Dopplungen zu entflechten.
Nach einem Hinweis auf die bevorstehenden QuartiersRatswahlen wurde die Zusammenkunft beendet.
QuartiersRat im März 2010
Die Quartiersratsmitglieder hatten zu ihrer Zusammenkunft am 25. März ein großes Pensum zu erledigen. Ihnen lagen 36 Ideen- und Projektanträge vor, über die sie zu diskutieren und entscheiden hatten. Nach dem Votum der Steuerungsrunde über die Förderfähigkeit gaben Vertreter der Arbeitsgruppen, in denen alle Anträge vorab beraten wurden, ihre Einschätzung der Förderwürdigkeit ab. Das bedeutet: Ist die Idee oder das Projekt bereits vorhanden oder ergänzt sie bestehende Angebote sinnvoll oder setzt sie vielleicht ganz neue Akzente?
Alle Quartiersratsmitglieder hatten vorab die Anträge erhalten, es gab kaum Nachfragen. In der Abstimmung erhielten fünf Anträge die nötige Stimmenmehrheit. Drei Projekte verfehlten sie nur knapp. Da sie aber als für den Stadtteil wichtig erachtet wurden, gab es nach Antrag eine neue Abstimmung und die drei Projekte wurden angenommen.
Neue Projekte
Wolfgang Vollmar gab eine kurze Zusammenfassung der Quartiersrätekonferenz, an der auch Vertreter aus Marzahn NordWest teilnahmen. Detlef Repke von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung informierte über das neue Programm „Aktionräume Plus“, in dessen Rahmen bauliche Maßnahmen in bestimmten Quartieren gefördert werden sollen. Geld gibt es auch im Quartiersfonds 4, mit dem energetische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden realisiert werden sollen. Auf Vorschlag des Bezirksamtes werden das der Jugendklub „Wurzel“ und das Gebäude von JAO sein.
Abgestimmt wurde auch über den Entwurf der neuen Rahmengeschäftsordnung mit einigen Ergänzungen. Bis 15. April werden Änderungsvorschläge bei der Senatsverwaltung gesammelt, um dann in eine überarbeitete Geschäftsordnung für alle Quartiersräte einzufließen.
In der nächsten Quartiersratssitzung am 6. Mai werden weitere Projektanträge beraten. ReF
3. Quartiersrätekongress am 20. März 2010
Zum dritten Mal trafen sich Berliner Quartiersräte zu einem Erfahrungsaustausch und um Bilanz zu ziehen. Die fiel durchaus positiv aus, wie Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer feststellen konnte. „Die beste Antwort auf die Frage, wie erfolgreich Quartiersräte sind, ist das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner und der Akteure“, stellte sie fest. Deren Mitbestimmung sei eines der wichtigen Elemente in einer lebendigen Demokratie, führte sie weiter aus. Gemeinsame Ziele könnten die Quartiersräte auch nur gemeinsam mit den Verwaltungen erreichen.
Über ihre Erfahrungen in der Quartiersarbeit berichteten Vertreter aus Spandau, Kreuzberg und Wedding. Karam Samhat aus dem Quartier Spandauer Neustadt erzählte, wie dank der Hartnäckigkeit des Quartiersrates ein wichtiges Projekt durch das Bezirksamt realisiert wird. Eigentlich wollte es der Bezirks durch das Programm Soziale Stadt finanzieren lassen, obwohl es zu seinen Pflichtaufgaben gehört. Das ließen die Quartiersratsmitglieder nicht zu, „Probleme des Bezirksamtes dürfen nicht so einfach an den Quartiersrat delegiert werden“, betonte Karam Samhat.
Diana Brandenburg vom Wassertorplatz sprach über die guten Erfahrungen der Vernetzung von sechs Quartiersräten im Bezirk. Trotzdem müssten weitere Partner ins Boote geholt werden, beispielsweise die Wohnungsgesellschaften oder die BVG.
Klaus Wolfermann vom Sparrplatz sprach Probleme der Quartiersratsarbeit an und erntete dafür viel Zustimmung. Er habe oft den Eindruck, das die Räte dazu benutzt werden, die „schlimmsten Wunden mit kleinen Pflastern zu versorgen.“
In fünf Workshops diskutierten die Kongressteilnehmer anschließend über effektive Möglichkeiten der Projekt- und Ideenentwicklung, die Anforderungen der Verwaltungsvorschriften auf die Quartiersarbeit, die Vernetzung mit Politik und Verwaltung, die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit sowie nachhaltige Strategien.
Die daraus resultierenden Anregungen und Vorschläge nahm Staatssekretärin Hella Dunger-Löper mit und versprach, spätestens in einem Jahr erste Ergebnisse vorzulegen. ReF
QuartiersRat im Februar 2010
Im Mittelpunkt der Diskussion der Zusammenkunft des QuartiersRates am 18. Februar stand die Weiterführung der Arbeit des Gremiums in den thematischen Arbeitsgruppen Bildung, Integration/interkulturelle Arbeit, Stadtteilkultur, Kinder/Jugend/Familie, Arbeit/lokale Ökonomie sowie Wohnen/Leben/Bleiben. In den Arbeitsgruppen werden auch die 36 Projektvorschläge beraten, die im Rahmen des Ideen- und Projektaufrufs eingegangen sind. Die meisten davon betreffen Bereiche der Integration, Bildung und Kultur. Einige sind auch von Trägern eingereicht worden, die neu im Stadtteil sind. Für die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen werden übrigens noch interessierte Bewohnerinnen und Bewohner gesucht, die sich einbringen und für den Kiez engagieren wollen. Sie können sich im QuartiersBüro melden.
Auch wieder auf der Tagesordnung stand der Entwurf einer neuen Rahmengeschäftsordnung. Die Berliner Quartiersräte hatten sich dazu auf einer Konferenz verständigt, einigen konnte man sich jedoch noch nicht. Jetzt werden noch einmal bis Mitte April in den einzelnen Quartieren Vorschläge ausgearbeitet, wie die künftige Geschäftsordnung aussehen soll. Bisher gibt es nach Auffassung der QuartiersRatsmitglieder noch zu viele Reglementierungen, die die Arbeit erheblich beinträchtigen. ReF
QuartiersRat im Januar 2010
Es war die erste Zusammenkunft des Quartiersrates in den neuen Räumen im Bürgerzentrum mit der neuen Mannschaft des Quartiersmanagements am 28. Januar. Quartiersmanager Jörg Lampe nutzte auch gleich die Gelegenheit, sich und seine Mitarbeiterinnen vorzustellen. Die allerdings waren gut bekannt, haben ja Anke Hilbrig und Natalija Jaeger bereits in der QuartiersAgentur gearbeitet.
Jörg Lampe erläuterte die Schwerpunkte der Quartiersarbeit im ersten Halbjahr dieses Jahres. Er betonte, dass die bewährte Form der Arbeitsgruppen fortgeführt werden wird, die sich mit Bildung, Integration, Kultur, Kinder/Jugend, lokale Ökonomie und Wohnen/Leben beschäftigen. Neben den Quartiersratsmitgliedern sollen verstärkt Bewohnerinnen und Bewohner zur Mitwirkung gewonnen werden. Gemeinsam müssen Strategien entwickelt werden, um aus den Erfordernissen im Stadtteil nachhaltige Projekte abzuleiten. Dem vorausgehen wird eine Bestandaufnahme aller Träger und Einrichtungen mit ihren Angeboten, um zu sehen: Haben sie funktioniert? Lassen sie sich besser vernetzen? Sind Kooperationen oder Zusammenlegungen möglich, um die Angebote zu bündeln? Ein Thema wird auch künftig die Suche nach weiteren Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sein.
Mitte des Jahres steht die Neuwahl des Quartiersrates an. Jörg Lampe wünschte sich, dass die derzeitigen Mitglieder wieder kandidieren, aber auch neue hinzukommen, beosnders junge Leute oder Bewohner mit Migrationshintergrund. „Wir brauchen noch mehr Menschen, die sich im und für den Stadtteil engagieren“, sagte er.
Derzeit wird in allen Berliner Quartiersmanagementgebieten eine neue Rahmengeschäftsordnung diskutiert. In der vorliegenden Fassung jedoch findet sie im Quartiersrat keine Zustimmung. Besonders der Punkt, dass Quartiersratsmitglieder keine Projektanträge stellen dürfen, erregte Widerspruch. „Das wäre fatal“, betonte Rainer Stecher, „da viele von uns in Projekten mitarbeiten. Wir müssten dann unsere Mitarbeit aufkündigen“. Befürchtet wurde auch eine zu große Einflussnahme der in der Steuerungsrunde vertretenen Ämter und der Senatsverwaltungen. Die beiden Sprecher des Quartiersrates Marina Bikádi und Frank Grontzki wurden beauftragt, in der Quartiersrätekonferenz am 11. Februar eine vollständige Überarbeitung des vorliegenden Entwurfs zu fordern.
Dann stellte sich Marina Georgi vor. Sie ist eine der Mitarbeiterinnen, die ab 1. Februar die wieder eröffnete Heinrich-von-Kleist-Bibliothek betreuen werden. „Wir sind noch dabei, alle Bestände zu sortieren und neu zu ordnen“, berichtete sie. Besonders wollen sie sich den jungen Lesern widmen, aber auch den Älteren ab 50 Jahren und Bewohnern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Dafür steht ein breites Angebot an Büchern in Russisch und Vietnamesisch zur Verfügung. Sie dankte noch einmal allen Bewohnerinnen und Bewohnern, die sich für die Wiedereröffnung der Bibliothek eingesetzt haben. ReF